Kritische Stimmen zur Riester-Rente

Immer wieder hört man, dass die Riester-Rente gescheitert sei. Bei ihrer Einführung hatte niemand bedacht, dass es einmal Nullzins-Zeiten geben würde. Die Deutsche Bank hat sogar eine Studie veröffentlicht, die zum Ergebnis kam, dass ohne die staatlichen Zuschüsse Verluste drohen würden.

Gemäß der Studie, die vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung durchgeführt wurde, kommt heraus, dass zwei Drittel der Riester-Sparer lediglich auf eine Rendite zwischen null und ein Prozent jährlich kommt, und in dieser Berechnung ist die Inflation noch gar nicht berücksichtigt. Rechnet man die Inflation hinein, kommt sogar ein Minus heraus.

Die einzige Rettung für die Riester-Rente aus Sicht der Einzahler sind momentan nur noch die staatlichen Zulagen. Denn nur mit Hilfe dieser Zulagen ergibt sich im Durchschnitt bei einer Einzahlungsdauer von 30 Jahren ein Gewinn von mageren 1.400 Euro.

Nicht zuletzt deshalb hat das Riestern in Deutschland in den letzten Jahren stark an Popularität verloren. Im Jahr 2017 schlossen gerade mal 23.000 Arbeitnehmer einen neuen Riester-Vertrag ab. Noch vor vier Jahren lag die Anzahl jener Menschen, die eine Riester-Rente neu abschlossen, bei 293.000. Insgesamt haben zum aktuellen Stand nicht einmal 50 Prozent aller Arbeitnehmer, die dazu berechtigt wären, einen Riester-Vertrag.

Als im Jahr 2002 die Riester-Rente eingeführt wurde, war diese Form der privaten Altersvorsorge noch ein sicheres und ganz lukratives Angebot. Durch zehnjährige Bundesanleihen konnte damals noch eine Rendite von weit über vier Prozent erreicht werden.

Die Anbieter hat die Niedrigzinsphase in eine schwierige Situation gebracht: Sei müssen ihren Kunden die Garantie geben, dass diese am Ende der Laufzeit zumindest die Beiträge, die eingezahlt wurden, auch wieder ausbezahlt bekommen, denn immerhin sichern sich die Kunden dadurch die Rente. Daher müssen die Anbieter den Sparbetrag absichern, was in den letzten Jahren vor allem dadurch geschah, dass die Guthaben in Anleihen umgeschichtet wurden. So steht nur mehr ein geringer Prozentsatz zur Verfügung, um in lukrative Aktien anlegen zu können.

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